Wir sammeln Wohngeschichten

Was sollen wir auf dem Viererfeld bauen? Erzählen Sie uns eine Geschichte vom Leben in der idealen Nachbarschaft!

Die Hauptstadt-Genossenschaft hat die Chance auf dem Viererfeld bis zu 200 Wohnungen zu realisieren. Welche Wohnungen, Häuser und Nachbarschaften auf dem Viererfeld entstehen sollen, wollen wir gemeinsam mit möglichst vielen Bewohner*innen der Stadt entwickeln. Deshalb veranstalteten wir eine Serie von Workshops. Als weitere Möglichkeit sich einzubringen laden wir alle ein, uns ihre persönliche Vision vom guten Wohnen in Form einer Geschichte zu erzählen. Die Texte dürfen in einer beliebigen Sprache verfasst werden – wir kümmern uns um die Übersetzung.

Erzählen Sie uns wie Sie wohnen wollen

Wie möchten Sie wohnen, wenn Sie eine Wohnung, ein Haus oder ein ganzes Quartier nach Ihren eigenen Wünschen gestalten könnten?

  • Wohnen Sie allein oder mit anderen Menschen zusammen? Wie sieht Ihre Wohnung aus?
  • Wie sieht das Haus aus in dem Sie wohnen? Gibt es auch Orte ausserhalb Ihrer Wohnung die Sie nutzen?
  • Was passiert vor Ihrer Haustür? Auf dem Weg durchs Quartier? Wem begegnen Sie? Was machen/erledigen Sie in der Nachbarschaft?

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! In Ihrer jetzigen Situation, in der Zukunft, oder auch in der Vergangenheit. Zum Beispiel in Form eines Tagesablaufs. Oder als Geschichte eines ganzen Lebens in dieser Nachbarschaft. Oder in einer ganz anderen Form. Egal ob in drei Sätzen oder auf drei Seiten. Sie entscheiden selber, ob die Geschichte auf dieser Website für alle als Inspiration zugänglich ist, oder nur dem Kernteam der Hauptstadt-Genossenschaft vorbehalten bleibt.

Was wir mit Ihrem Text machen

Wir werden in der ersten Jahreshälfte 2022 alle Geschichten auswerten und die Themen herausarbeiten, die einen Einfluss auf unser Projekt haben können. Gemeinsam mit den Ergebnissen der weiteren Partizipationsgefässe fliessen diese Erkenntnisse in die Planung unserer Baufelder und unsere Positionen bei der Entwicklung des gesamten Quartiers ein.

Wohngeschichte erzählen

Zu den fertigen Geschichten springen

Schreiben Sie hier Ihre persönliche Geschichte vom Wohnen in einem idealen Quartier. Sie können direkt in dieses Feld schreiben, oder einen Text hier hin kopieren. Das Feld lässt sich mit mit der Maus rechts unten vergrössern.
Darf diese Geschichte veröffentlicht werden?*
Wir würden gerne möglichst viele Wohngeschichten als Inspiration für alle Interessierten hier veröffentlichen. Dies kann auch anonym geschehen. Es kann einige Tage dauern, bis Ihr Beitrag veröffentlicht wird. Wir behalten uns vor, diskriminierende Inhalte nicht zu veröffentlichen.
Falls Sie einer Veröffentlichung zustimmen, wird dieser Name veröffentlich.
Freiwillig. Ihr Beruf, Ihre Berufung, oder Ihre Rolle.
Freiwillig.
Freiwillig. Diese wird nicht veröffentlicht und ausschliesslich für allfällige Nachfragen im Zusammenhang mit diesem Projekt verwendet.

Wohngeschichten lesen

Fussdistanz

Von: Tobias Willimann (40), Genossenschaftsschreiner

Ich erwache meistens früher als die Andern. Ich geniesse diese Ruhe am frühen Morgen. Wenn das Wetter es zulässt setzte ich am liebsten mit einem Kaffee für 10 Minuten auf die gemeinsame Dachterrasse. Meistens sind da schon einzelne Nachbar*innen mit Yoga und Meditation beschäftigt. Es ist ganz ruhig, ich trink meinen Kaffee und bewundere den Sonnenaufgang. Dann stürze ich mich in den Alltag. Die Kinder können zum Glück alleine in die Schule. Diese ist zwar über ein Kilometer weit weg, aber der Weg ist absolut autofrei. Die Schreinerei in der ich arbeite liegt nur 5 Gehminuten von unserem Haus entfernt. Ein Neubau in dem unten Gewerbe und oben Wohnraum Platz hat. Neben der Schreinerei gibt es hier auch einen Spengler, ein Restaurant, ein Schuhmacher und einen Landschaftsgärtner der auch einen Blumenladen betreibt. Die Werkstatt hat grosse Fenster auf die autofreie Quartierstrasse, Anlieferung und Parkplätze befinden sich auf der anderen Seite des Gebäudes.
Am Feierabend komme ich heute am Quartierznacht des Quartiervereins vorbei, welches auf der autofreien Strasse stattfindet. Es gibt ein äthiopisches Buffet und lokales Bier. Ich stoppe auf einen Schwatz, treffe meine Kinder die auf dem Weg von der Schule ebenfalls hier aufgehalten wurden und wir entscheiden uns mitzuessen.

Am Abend schallen Tonfetzen von einem Konzert aus dem Park in die Wohnung. Es ist verlockend nochmals raus zu gehen, aber aber wir sind müde und ich schliess das Fenster. Dann haben wir unsere Ruhe.

Zuhause im Quartier

Von: Lea Gerber (41)

Vor fünf Jahren reiste ich mit meiner Familie nach Japan. Fasziniert stellte ich fest, dass die kulturelle Bewertung von Raum dort ganz anders ist. Wenig Platz wird nicht automatisch mit Verzicht oder Mangel gleichgesetzt. Was für die japanischen Gärten gilt, gilt auch für die Wohnung oder für die Stadt als Ganzes: Die Nischen sind wichtiger als das grosse Ganze.

Ein durchschnittliches 1-Zimmerappartement in Japan ist zwischen 16 und 18 Quadratmeter gross. Im Gang, durch den man die Wohnung betritt, befindet sich eine Küche, bestehend aus einem Kühlschrank, einer Mikrowelle und einem Reiskocher, die – es könnte nicht anders sein – aufeinander gestapelt sind. Das Badezimmer gleicht einer etwas komfortableren Flugzeugtoilette. Als Familie hatten wir oft grosse Mühe, uns überhaupt alle vier zum Schlafen auszustrecken.

Einmal mieteten wir über Airbnb eine Wohnung, die uns eher als Scherz, als als Dach über dem Kopf erschien. Denn das Haus ist gerade mal gut einen Meter breit. Die Besitzerin nutzt das Häuschen vornehmlich an den Wochenenden zu geschäftlichen Zwecken: Sie betreibt im unteren Stock ein Wahrsagebüro. Im oberen Stock hat sie – hintereinander natürlich – zwei Betten hineingestellt. Es sei doch schade, wenn das Haus nur tagsüber genutzt würde, meinte sie, und vermietet das Gebäude seither über Nacht an Gäste.

Für eine Dusche reichte der Platz freilich nicht. Dafür fanden wir eine Wegbeschreibung vor zum nächsten Sentō, dem traditionellen japanischen Badehaus in städtischen Wohnvierteln. Und genau das finde ich das absolut Faszinierende am Grossstadtleben in Japan: die Durchlässigkeit von innen und aussen. Der Convenience Store um die Ecke ersetzt die eigene Küche, das Café in der Nachbarschaft das Wohnzimmer, das öffentliche Sentō das eigene Badezimmer. Und vor jedem Wohnhaus stehen private Blumentöpfe. Für die Japaner gelten diese gleichzeitig als öffentliche Grünfläche und als privates Gärtchen.

Im neuen Stadtquartier auf dem Viererfeld möchte ich so ähnlich leben. Meine Wohnung muss nicht alles leisten können. Ein weiteres Zimmer für die Homeoffice-Tage? Ein Gästezimmer, das sechsmal im Jahr genutzt wird? Eine freistehende Kochinsel in der Wohnung, um alle zwei Monate zehn Leute zu bekochen? Nein, das alles muss im Quartier stattfinden. Das spart nicht nur Platz. Vielmehr sind soziale Kontakte inklusive. Und das ist meines Erachtens das Wichtigste.

Gemeinsam allein

Von: Maria (46)

Mein Wohnideal geht so: Zwei Zimmer stehen mit zur Verfügung. Genial wäre, wenn ein kleines WC dazugehören würde. Die Zimmer müssten nicht riesig sein; insbesondere das Schlafzimmer nicht. Küche und weitere Leberäume teile ich mit anderen Menschen ab 40ig, die sich entschieden haben (oder deren Leben für sie entschieden hat), dass sie eine kreative Wohnform abseits der klassischen Wohnformen wünschen. Die Wohnung würde ich anteilsmässig besitzen: ich wäre also Teileigentümerin und könnte bleiben, wenn ich wollte. In dieser Wunschwohnform gäbe es einen Garten und/oder grossen Balkon, der gemeinsam genutzt und bepflanzt werden würde. Mein Wohnwunsch wäre also ein Mix aus Raum für mich selbst (zum Alleinsein mit mir oder Partner oder Freundinnen) und Räumen zum Teilen, Verweilen und Begegnen. In meiner Traumvorstellung wären meine Mitbewohnerinnen Menschen, die etwas „bödelet“ und mit ihrem Leben immer wieder zufrieden sind.

Auf zu neuen Ufern

Von: Peter (Elektriker, 60)

Als alternde Bürger suchen wir für unseren Lebensabend bezahlbaren Wohnraum mit Anbindung an die Stadt. Das Viererfeld würde uns in seiner stadtnahen Lage sehr interessieren weil Alles in fussläufiger Distanz erreichbar ist. Wir wünschen uns Teil dieses neuen Quartiers zu werden.

Ereignisreicher Sommertag im Quartier

Von: Daniela Ebner (Architektin, 52)

Morgens erwachen und Tag früh mit einer Tasse Kaffee starten. Im kleinen Appartement gibt es das nötigste. Ein winziges Bad und eine kleine Kochzeile. Vom Fenster sehe ich das bunte Treiben im Hof. Kinder fahren auf Velos, Rollern und sonstigen Fortbewegungsmitteln. Das Café hat schon offen. Manche sind auf dem Weg zur Arbeit, manche haben es nicht so eilig und haben einen kurzen Plausch mit Bekannten vom Quartier. Das Fenster ist mit einem französischen Balkon ausgestattet, so dass ich die Fenster mit Absturzsicherung weit öffnen kann und die wärmenden Sonnenstrahlen ein schönes Gefühl zum starten des Tages hinterlassen. Ein richtiger Balkon fehlt zwar, aber der französische Balkon ist ein guter Ersatz, Luft und Sonne ins Appartement zu bringen. Nach meiner Zeitungslektüre kann ich mich entscheiden die Yogamatte im Appartement auszurollen. Platztechnisch ist das gerade noch möglich. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit in den Fitnessraum im Haus oder im Sommer bei schönem Wetter die Matte auf der Gemeinschaftsterrasse auszurollen. Ein Fenster ist auch mit einer tiefen Nische davor ausgestaltet, das als Kuschelecke mit Kissen dient und zugleich platzsparend als Sitzbank für einen Tisch davor. Nach meinem Morgenprogramm kann ich zur nahegelegenen öffentlichen Haltestelle laufen, um zur Arbeit zu fahren. Zwei Tage die Woche arbeite ich als Selbständige und kann einen Platz im co-working Space mieten. Mit Desk Sharing ist es möglich viele Plätze mehrfach zu nutzen und somit die Mieten im co-working space auf niedrigem Niveau zu halten. Nach meiner Arbeit ist heute Waschen angesagt. Neben dem Waschraum befindet sich das Café und so kann ich mich mit einer Freundin treffen und zugleich die Waschmaschine mit Befehlen füttern. Da heute ein wunderbarer warmer Sonnentag ist, beschliesse ich mit meiner Freundin nach dem aufhängen der Wäsche noch im Gemüsegarten zu helfen. Wir treffen dort auf die Freiwilligen, die sich für den Unterhalt der Gemüsegarten bereit erklärt haben. Heute ist Laura vor Ort. Sie erklärt uns, was für Arbeiten heute anstehen und händigt uns das entsprechende Werkzeug aus. Es gibt bereits auch weitere Quartier Bewohner, die sich auch schon ans Werk gemacht haben. Es macht Spass im Erdreich zu wühlen, Blumen, Gemüse in der Sonne strahlen zu sehen. Die Arbeiten werden von Laura protokolliert. Diese Stunden können in Gutscheine für das ernten von Gemüse oder Schnitt von Blumen nach einem vorgegebenen System irgendwann eingelöst werden. Von der letzten Mithilfe, kann ich mir heute ein paar Tomaten pflücken. Am internen Anschlag gibt es heute noch einen Klavierabend. Die Gemeinschaftsterrasse hat noch einen kleinen Pavillon, indem ein Klavier untergebracht ist. Zudem gibt es eine Kochzeile. Da der Pavillon zu klein ist, gibt es jedoch auch einen grossen Tisch, der im Freien angeordnet ist. Eine Markise könnte bei Wetterumschwung noch für einen gewissen Schutz sorgen. Die Zusammenkünfte sind meist so geregelt, jeder bringt ein wenig was mit und stellt es auf den grossen Tisch. So kommt mein Tomaten-Mozzarella Salat zum Einsatz. Das Klavier Konzert wird von einem Mädchen im Quartier gespielt, das sich im Konservatorium angemeldet hat und auf einen Platz hofft. Unglaublich wie sie die Tasten beherrscht. Ein wunderbarer langer Sommertag neigt sich dem Ende. Zufrieden schlafe ich nach einem ereignisreichen ausgefüllten Tag ein.

Die WG der Alten genannt WeGA

Von: Annelies Jordi (72)

Mein Traum: Clusterwohnen. 2028, 2029 oder 2030 werden die Häuser der Hauptstadtgenossenschaft bezugsbereit sein. Dann bin ich alt, fast achtzig. Also, es wird meine „Altersresidenz“, mein „Betreutes Wohnen“ werden. Eine Alten WG eben. Mit 6, 8, 10 oder 12 Cluster = Zimmer à 18, 20 Quadratmeter, mit Nasszelle und Kochplatte fürs Frühstück oder kleine Abendessen, wenn Rückzug gewünscht. Sonst essen wir zusammen im grossen Gemeinschaftsraum mit grossem Tisch oder in der kleinen Gruppe am Tisch in der anderen Nische. Es gibt noch mehr gemeinsame Räume/Nischen: Leseecke, die „leere Ecke“, wo die Yogamatte oder das Trampolin einen Platz finden. Es gibt organisiertes Zusammenessen oder spontane Kleingruppen. Die Küche ist integriert in die Essnischen, hat zwei Kochplätze, zwei Spültische und viele Schränke und Schubladen. Der Weg zu den Zimmern führt durch Gemeinschaftsräume. Temporäre Gemeinschaftsmuffel erreichen ihr Zimmer auch über den Laubengang, der rund ums Haus führt und stellenweise gleichzeitig zum Balkon wird. Hier sitze ich beim Morgenkaffee oder gehe kurz bei einer Mitbewohnerin zu einem Schwätzchen vorbei. Apéros lassen sich auf diesen halb abgetrennten Balkonen auch gut organisieren.
Am Morgen lege ich meine Matte in die „Turnnische“. Vielleicht gesellen sich Karl oder Marianne auch dazu und wir tauschen uns die Übungen aus. Andere gehen zusammen Walken oder machen einen Morgenspaziergang. Es ist schönes Wetter, Drei packen ihre Rucksäcke für einen Ausflug an den See. Ich verzichte, da ich heute einen Platz im Open Space Büro im Erdgeschoss gebucht habe und einen Artikel zu Ende bringen muss. Ich freue mich, nahe und weiter entfernt wohnende Nachbar*innen anzutreffen. Mittags gehe ich an den offenen Mittagstisch gleich nebenan, wo täglich mittags und abends ein Essen gekocht wird. Ich treffe spontan eine Freundin mit ihrem Partner aus dem Nachbarhaus. Wie ich für ein Kurznickerchen in meinen Cluster gehe, sehe ich, dass Andere von der WeGA sich spontan gefunden habe und Resten aufwärmen. Am Nachmittag bin ich wieder im Büro und schaue etwas neidisch meinen Mitbewohner*innen nach, wie sie zum Gemeinschaftsgarten pilgern. Mir reicht es am Abend noch, um auf der Dachterrasse nach unserem Hochbeet zu schauen. Ich höre Klänge, es wird gesungen im grossen Raum der Familien WG im unteren Stock unseres Hauses. Das Hauschörli probt. Abends finden sich acht Personen zum gemeinsamen Essen ein. Ruth hat gekocht und Nina hat sie unterstützt. Sie wohnt seit einigen Monaten hier, ist Studentin. Ein zweites Springerzimmer ist im Moment von einem Migranten belegt. Die beiden profitieren von einem vergünstigten Mietpreis, den sie sich mit kleinen Hilfestellungen verdienen: Abfallentsorgen, Kochen, Einkäufe besorgen usw. Fürs Putzen haben wir jemanden angestellt. Die Spitex war auch schon hier, als ein Mitbewohner die Hüfte operieren musste. Wir sind als Verein organisiert und verwalten uns selbst. Der Mitbewohner Paul macht die Verwaltungsarbeiten für uns und wird von uns bezahlt. Wir haben ausgeklügelte Entscheidungsmechanismen, die nach langem Diskutieren und Ausprobieren nun gut funktionieren.
Es ist schon bald zehn Uhr abends und ich sitze in meiner Laubennische. Ich höre Kinderstimmen und freue mich ob dieser Abwechslung. Bei meiner Zimmernachbarin übernachten zwei Grosskinder auf ausrollbaren Hüslernestern, die sie im Stauraum holen konnte. Nun ist es offenbar eng und lustig bei ihr im Cluster. Ich gehe hinein und höre schwach den Fernseher meines andern Zimmernachbarn. Wenn mal was für mich Spannendes am TV gezeigt wird oder wir uns extra treffen, um einen gestreamten Film zu schauen, diskutieren wir danach noch bis weit in die Nacht hinein. Heute höre ich auch noch lange aufgeregtes Flüstern im Gemeinschaftsbereich vor meiner Türe und lasse mich davon in den Schlaft wiegen. Am nächsten Morgen werde ich hören, was denn so aufregend und wichtig war.

Mein Leben gestalten

Von: Elena (50)

Ich stehe morgens auf und habe zuerst mal meinen Frieden in einem eigenen Bad. Mein kleines Schlafzimmer kann zerwühlt bleiben. Den Kaffee am Küchentisch teile ich mit einem anderen netten, halbwachen und zerwuschelten Menschen, bevor ich mich aufs Velo schwinge und in kurzer Distanz am Bahnhof bin, um zu meiner Arbeit zu pendeln.
Wenn ich müde zurückkomme, erwartet mich vielleicht schon ein Abendessen, von den KollegInnen in der Clusterwohnung gekocht. An meinem Homeoffice-Tag bin ich dann dran mit dem Kochen für alle. Den Kühlschrank haben wir gemeinsam gefüllt mit einer Grossbestellung.
Heute bin ich müde und kann mich in mein zweites Wohnzimmer zurückziehen für Netflix und Chill. Aber vielleicht fühle ich mich auch alleine und würde nach dem stressigen Arbeitstag werde gerne noch mit einer freundlichen Cluster-Mitbewohnerin plaudern am grossen Küchentisch. Das herzige gemeinsame Haustier (Hündchen? Katze?) leistet uns Gesellschaft.
Morgen habe ich frei! Ich schlafe aus, und erledige dann meinen Teil der Hausarbeiten, Putzen oder Einkaufen, in den Gemeinschaftsräumen. Am Nachmittag kommen meine Freunde, denn zum Glück ist unsere Wohnung auch mit ÖV gut erreichbar, und wir haben eine Musikprobe mit meiner akustischen Band. Zum Glück kann ich dazu mein zweites Zimmer nutzen und es stört keinen, oder es gibt einen Gemeinschaftsraum, in dem wir musizieren können. Nachher können wir in meinem Wohnzimmer oder der Küche der Clusterwohnung noch ein Bier nehmen. Oder wir können den gemeinsamen Garten nutzen, wenn es Sommer ist. Vielleicht haben die Nachbar:innen sogar Freude, wenn die Musikprobe auch mal draussen stattfinden darf?
Am Abend mache ich noch einen Spaziergang im naheliegenden Wald oder an der Aare. Dann nehme ich meine Ausrüstung aus dem gemeinsamen Kellerraum, um morgen wandern zu gehen. Dann freue ich mich darauf, in meinem Schlafzimmer ruhig und ungestört zu schlafen.