Projekt Mittel-/Viererfeld

Resultat des städtebaulichen Wettbewerbs (Quelle: Stadt Bern)

Ausgangslage

Im attraktiv gelegenen Areal Vierer- und Mittelfeld in Bern entstehen in den nächsten Jahren rund 1200 Wohnungen für 3000 Personen. Die Stadt Bern als Baurechtsgeberin legt in der Areal- und Wohnstrategie die Grundlagen dafür, dass sich das Areal in einem partizipativen Prozess zu einem Wohn- und Arbeitsort mit einer lebendigen Nachbarschaft für unterschiedlichste Personengruppen und Lebensstile entwickeln kann. 50% der Wohnfläche sind dabei für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert. Das Siegerprojekt «VIF_2» von Amman Albers StadtWerke GmbH und Team ergänzt die städtische Strategie mit einem überzeugenden Städtebau. Zurzeit wird ein Masterplan erarbeitet, Baubeginn ist frühstens 2023 und Bezug der ersten Gebäude 2027.

Unser Ziel

Die Hauptstadt-Genossenschaft will den gemeinnützigen Teil der ersten Realisierungsetappe auf dem Mittel-/Viererfeld übernehmen und in einem partizipativen Planungsprozess ein gemeinschaftliches und nachbarschaftsorientiertes Projekt mit rund 200 Wohnungen für 500 Personen umsetzten. Die Genossenschaft hat sich für das Projekt auf dem Viererfeld vielfältige Ziele entlang der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit mit folgenden Schwerpunkten gesetzt:

Soziale Nachhaltigkeit: Partizipation für unterschiedliche Gruppen

Die Hauptstadt-Genossenschaft geht bei der Partizipation drei Schritte weiter als übliche Projektentwicklungen. Erstens arbeitet sie eng mit den Gründungsmitgliedern, den bereits bestehenden gemeinnützigen BauträgerInnen von Bern und Umgebung, zusammen. Zweitens wird sie bereits in der Planungsphase Einzelpersonen und bestehende Gruppen in einem partizipativen Prozess einbinden. Und drittens unternimmt sie zusätzliche Anstrengungen, dabei auch Personengruppen zu erreichen, welche normalerweise von solchen Prozessen ausgeschlossen bleiben.

Ökonomische Nachhaltigkeit: Günstig bauen und subventionierte Wohnungen

Mit konsequenter Orientierung an «design to cost», mit gezielten Massnahmen (einfache, rationelle Bauformen, Grundrissoptimierung der Fläche usw.) werden Baukosten erreicht, welche mindestens 10% unter den Anlagekostenlimiten des BWO liegen und damit dank Kostenmiete preisgünstige Neubaumieten möglich werden. Eine 4 ½ Zimmer-Wohnung mit 95m2 wird somit rund 1700.- (exkl. NK) pro Monat kosten. Mit gezielten Massnahmen werden einzelne Wohnungen noch günstiger (Reduktion der Fläche pro Person, bescheidener Ausbaustandard, Reduktion Nasszellen, usw.). Zudem möchte bietet die Genossenschaft der Stadt Wohnungen an, die im GüWR-Segment weitervermietet werden können (GüwR: Günstiger Wohnraum mit Vermietungskriterien) – entweder in Generalmiete oder durch Beteiligung der Stadt an der Genossenschaft.

Ökologische Nachhaltigkeit: Resiliente Gebäude – bereit für den Klimawandel und gesellschaftliche Veränderungen

Seit einigen Jahren wird der Begriff der Resilienz (Fähigkeit eines Systems Störungen aufzufangen) auch in der Diskus­sion um eine nachhaltige Entwicklung der gebauten Umwelt verwendet. Eine resiliente Bauweise beinhaltet gemäss Architekt und Stadtplaner Thomas Sieverts in einem Artikel im Espazium Redundanz, einfache Austauschbarkeit und ­Dezentralität. Die Hauptstadt-Genossenschaft will mit ihrem nachhaltigen Wohnkonzept also einerseits einen Beitrag dazu leisten, dass der Klimawandel so weit wie möglichst noch gebremst werden kann, andererseits will sie sich aber mit ihrer Bauweise auch gegen die mögliche Zunahme von Hitzesommern oder stürmischen Schlechtwetterperioden wappnen.
Die Genossenschaft versteht ein «resilientes Gebäude» aber nicht nur als Vorbereitung auf den Klimawandel sondern auch allgemein als Vorbereitung auf Veränderungen, welche in den nächsten hundert Jahren auf die Gesellschaft zukommen werden. So kann z.B. dank dem breiten Wohnungsmix und partizipativen Strukturen flexibel auf zukünftige gesellschaftliche Bedürfnisse reagiert werden.